Flüchtlingshilfe: Danke-Fest für Ehrenamtliche
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Flüchtlingshilfe: Danke-Fest für Ehrenamtliche

Mit einem Fest hat sich die Flüchtlingshilfe im DRK-Kreisverband Bodenseekreis bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedankt, die sich im östlichen Bodenseekreis für Flüchtlinge engagieren. 130 Gäste folgten der Einladung ins Rotkreuz-Zentrum. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Türkische Arbeitnehmerverein.

Es sind 280 Männer und Frauen jeden Alters, die in ihrer Freizeit im östlichen Bodenseekreis Flüchtlinge in deren neuem Alltag unterstützen: Sie organisieren Begegnungstreffs, betreuen Kinder bei den Hausaufgaben, geben Sprachunterricht, begleiten Menschen zu Ärzten, Ämtern und Behörden, helfen beim Einstieg in Kindergarten oder Schule, übernehmen Patenschaften für einzelne Flüchtlinge oder Familien. 

13 Sozialarbeiter sind in der Flüchtlingshilfe des DRK-Kreisverbands beschäftigt. Ihre Arbeit sei im vergangenen Jahr durch die Themen Notunterkünfte und Begegnungsstätten geprägt gewesen, wie Barbara Ludwig erklärte. Sie leitet das Team der DRK-Flüchtlingshilfe im Bodenseekreis. Ende 2016 sei die letzte Notunterkunft in Meckenbeuren geschlossen worden, die in der Verantwortung der DRK-Flüchtlingshilfe stand. Ein Umstand, der auch die Sozialarbeiter entlastet habe. 

Barbara Ludwig erzählte: "Wir waren immer wieder von den Menschen, die dort untergebracht waren und die über Monate hinweg über keinen privaten Rückzugsort verfügt haben, tief beeindruckt." Dass der soziale Friede in den Notunterkünften des Bodenseekreises weitgehend gewahrt werden konnte, sei auch dem täglichen Engagement und den zahlreichen Angeboten der Ehrenamtlichen zu verdankten gewesen. Aus Gesprächen mit Ehrenamtlichen und Flüchtlingen wisse sie, so Ludwig, dass viele in den Notunterkünften geknüpfte Kontakte auch nach deren Auflösung Bestand haben. 

Auch der Wert der Begegnungsstätten, die mit Hilfe der Ehrenamtlichen eingerichtet und gefestigt wurden, könne "nicht hoch genug eingeschätzt werden", meinte Ludwig dankbar. Hieraus erwachsen teils sehr enge Kontakte zwischen Flüchtlingen und Ehrenamtlichen, "zu denen wir Hauptamtlichen nicht in der Lage sind".

Joachim Kruschwitz, Präsident des DRK-Kreisverbands Bodenseekreis, blickte zurück: Keiner der Flüchtlinge habe seine Heimat ohne Not verlassen. Hauptaufgabe der Verantwortlichen im Bodenseekreis sei es gewesen, für die Unterbringung und Verpflegung der neu angekommenen Menschen zu sorgen. Die Ehrenamtlichen hätten durch ihr Engagement bei der Integration der Flüchtlinge eine immens wichtige Rolle gespielt.

Yalcin Bayraktar, Leiter des Amtes für Migration und Integration im Landratsamt Bodenseekreis, nannte Zahlen: Im Jahr 2015 habe der Kreis 2000 Menschen aufgenommen. Im vergangenen Jahr seien es zwar lediglich 1000 Menschen gewesen. Aber insgesamt habe man im vergangenen Jahr 3000 Menschen "bewegt": Denn es galt, alle Flüchtlinge in Anschlussunterkünften unterzubringen - "eine logistische Herausforderung, die Hauptamtliche allein nicht leisten konnten", erklärte Bayraktar. Der Bodenseekreis sei, auch Dank der Hilfe der Ehrenamtlichen, auf einem guten Weg: "Denn Integration beginnt ab dem ersten Tag, ab der Ankunft der Flüchtlinge, nicht erst mit der Unterbringung in der Anschlussunterkunft." So biete der Bodenseekreis auch dank ehrenamtlicher Hilfe deutlich mehr Sprachkurse für Flüchtlinge an, als dies Landkreise vergleichbarer Größe tun - "es reicht immer noch nicht, aber der Bodenseekreis ist landesweit vorn mit dabei." Bayraktar schloss, an die Ehrenamtlichen gerichtet: "Das hier ist Ihr Abend heute!"

23. Februar 2017 12:23 Uhr. Alter: 237 Tage